Wenn die Abende länger werden, verändert sich auch unser Weingeschmack

Im Sommer trinken wir Wein 🍷 oft ganz nebenbei. Ein Glas auf der Terrasse, eine Flasche 🍾 zum Grillen 🍗 oder ein gekühlter Weißwein an einem lauen Abend. Es geht um Leichtigkeit, Frische 💦 und darum, den Moment zu genießen. Doch sobald die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken 🧊, verändert sich häufig auch unsere Lust auf Wein.

Plötzlich wirken kräftigere Rotweine 🍷 attraktiver, würzige Aromen spannender und gereifte Weine interessanter. Statt eines spritzigen Weißweins darf es nun vielleicht ein Spätburgunder sein, der mit feinen Fruchtnoten und einer eleganten Struktur überzeugt. Oder ein gehaltvoller Weißwein, der mit seiner Vielschichtigkeit hervorragend zu einem herbstlichen Abendessen passt.

Doch warum ist das so? Liegt es tatsächlich an der Jahreszeit oder eher an den Situationen, in denen wir Wein genießen?

Im Herbst 🍂 verbringen wir mehr Zeit drinnen. Wir kochen 🧑‍🍳 aufwendiger, essen häufiger warme Gerichte und lassen den Abend gerne etwas ruhiger ausklingen. Ein kräftiger Wein passt dann nicht nur geschmacklich zu Pilzen, Schmorgerichten oder Ofengemüse, sondern auch zur Atmosphäre. Er wird zum Begleiter eines Moments, in dem Gemütlichkeit wichtiger ist als Erfrischung.

Dabei muss der Herbst 🍂 keineswegs bedeuten, dass leichte Weine ausgedient haben. Ein frischer Riesling kann auch an einem kühlen Abend begeistern, und ein leicht gekühlter Rotwein sorgt selbst bei herbstlichen Temperaturen für eine überraschende Abwechslung. Entscheidend ist nicht, was die Jahreszeit vermeintlich vorschreibt, sondern worauf wir gerade Lust haben.

Vielleicht verändert sich unser Weingeschmack also weniger, als wir denken. Vielleicht verändert sich vor allem unser Alltag – und damit die Art, wie wir Wein erleben.

Denn Wein ist mehr als das, was im Glas steckt. Er ist verbunden mit Essen, Menschen, Erinnerungen und Stimmungen. Und manchmal schmeckt derselbe Wein im Oktober einfach anders als im Juli.

Es lohnt sich deshalb, mit dem Wechsel der Jahreszeit auch den eigenen Weingeschmack neu zu entdecken. Nicht, weil der Herbst bestimmte Weine verlangt, sondern weil er neue Gelegenheiten schafft, sie anders zu genießen.


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